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November 13

Deutschland

31.10.2009 bis 13.11.2009

Wieder viel passiert die letzten 2 Wochen. Zunächst war natürlich Halloween und da gab es bei uns gleich 2 Partys. Letztere war unglaublich schön weil eine Freundin von mir ein ganzes Haus gemietet hat. Das war sehr japanisch eingerichtet und weil jeder Gast im Kostüm herumlief hatte das alles eine sehr skurille Atmosphäre. Ich habe Hauspartys sehr vermisst und das Ganze hat mich dann doch irgendwie an Deutschland erinnert auch wenn Halloween so gar nicht deutsch ist.

An der Gakushuin gab es ein grosses Universitätsfest. Ich habe an dem Stand der Germanistikstudenten Currywürste verkauft - die waren voll lecker Smiley mit herausgestreckter Zunge und auch hier habe ich mich an Deutschland (genauer gesagt an meine Zeit in Berlin) erinnert. Mit Julia bin ich zudem noch in das Restaurant "Zum Hofbräuhaus" gegangen. Der japanische Wirt hat 5 Jahre in Hamburg gelebt aber die Atmosphäre ist dann eben doch so wie sich Ausländer Deutschland vorstellen: bayrisch! Wer schon immer mal Japaner in Lederhosen und Dirndl sehen wollte schaut sich bitte die Fotos an.

Zum Mauerfalljubiläum hat meine Sensei mich gefragt ob ich nicht die japanische Zeitung von vor 20 Jahren zu diesem Thema lesen möchte. Natürlich hat mich das interessiert und da hat Sie mir doch freundlicherweise gleich angeboten ein Referat darüber zu halten.Trauriges Smiley Sensei war in den 70igern in Deutschland und hat uns Fotos von Berlin und der Mauer gezeigt. Sie ist wirklich sehr interessant - auf die Frage warum sie deutsch studiert antwortete Sie mir sinngemäß: "Wir haben zusammen im Krieg gekämpft und haben ihn verloren. Ich wollte wissen wie sich unsere beiden Länder nach dem Krieg entwickeln und habe trotz grosser geografischer Distanz viele Gemeinsamkeiten gefunden. Deswegen begann ich Deutsch zu lernen."

Vieles ist dennoch anders. Z.B. bezahlt man hier in Japan gerne umgerechnet 6 Euro um mit Katzen zu spielen. Das Neko-cafe ist ein ganz normales Café wo man aber Katzen anfassen kann. Das gibt es übrigens auch mit Hunden. Julia war natürlich begeistert und es gab dort auch wirklich sehr schöne und saubere Katzen. Ich bezweifle aber doch ob soetwas in Deutschland Erfolg haben könnte.
Erstauntes Smiley




November 01

Herbst

14.10.2009 bis 30.10.2009

In Japan hat endlich die schreckliche Sommerhitze aufgehört und jetzt ist es oft sonnig aber windig und angenehm kühl - typisches Herbstwetter eben. Stimmt es das in Deutschland schon Schnee fällt?

An der Uni bin ich jetzt in einer Volleyballklasse um zum Ausgleich auch mal ein bisschen Sport zu treiben. Ich bin zwar grottenschlecht (wie in jeder Sportart) aber aufgrund meiner Körpergrösse bin ich sehr gut im Blocken von Bällen. Ich werde schon "The German Wall" genannt (Berliner Mauer). Ausserdem bin ich jetzt dem Reiseclub beigetreten. Dort treffen wir uns einmal die Woche um Clubaktivitäten und Organisatorisches zu besprechen. Etwa einmal im Monat wird dann immer eine Kurzreise durchgeführt und jeder der will kann daran teilnehmen. Dies ist wirklich eine gute Gelegenheit günstig zu reisen und viele neue Japaner kennen zu lernen.

Julia ist zurzeit leider sehr sehr beschäftigt. Neben Ihrer Modelschule hat sie noch 2 Nebenjobs um die Schulkosten aufzubringen. Ausserdem hat sie nebenher noch "Walking Lessons" (Übungen für "richtige" Bewegungen auf dem Laufsteg). Ab und zu gibt es dann aber auch Fotoshootings und ich freue mich schon immer auf die neuen Bilder von ihr (siehe unten).

In Japan gibt es nichts was es nicht gibt. Nach Coca Cola mit grünem Tee gibt es nun Pepsi Azuki (Cola mit Rote-Bohnen-Paste
Geschmack). Lecker!!




October 13

Spätsommer

30.09.2009 bis 13.10.2009

Nach dem Taifun (der am Ende gar nicht so wild war wie er in den Medien aufgebauscht wurde) herrscht in Tokio nun angenehmes Spätsommerwetter und ich genieße jeden Tag in vollen Zügen. Sonne Letzte Woche haben wir Antoine´s Geburtstag im Karaoke gefeiert (siehe Foto) und ich habe erneut im Club Amrax in Shibuya aufgelegt. Diesmal waren mehr Leute da und die Stimmung war sehr ausgelassen. Party-Smiley

Desweiteren habe ich Carla auf ihrem Unicampus besucht. Sie lebt etwa 50min. von Tokio entfernt in einer Stadt namens Tsukuba. Dort gibt es fast ausschließlich Akademiker. Vor ca. 6 Jahren gab es hier nur eine riesige Uni aber nun haben die Japaner eine Stadt drumherum gebaut und diese in sehr kurzer Zeit mit Leben gefüllt. JungeMädchenAm Abend haben wir einen Tanz von Japanern aus Okinawa (die subtropischen, südlichen Inseln Japans) gesehen. Nur vom bloßen Zuschauen konnte man spüren das die Mentalität auf diesen Inseln ganz anders als im übrigen Japan ist.
Insel mit Palmen




September 29

2. Semester an der Gakushuin

12.09.2009 bis 29.09.2009

Das neue Semester begann für mich sehr stressig. Ich bin jetzt in der mittleren und fortgeschrittenen Japanischklasse und in letzterer bin ich der einzige westliche Ausländer. Die Chinesen und Koreaner sind natürlich voll gut und ich muss mich sehr anstrengen um mitzukommen. Zähnezeigendes Smiley Dennoch hat sich seit meiner Ankunft in Tokyo mein Japanisch merklich verbesstert. Ich bin nun in der Lage Zeitungsartikel zu lesen und den groben Inhalt zu erfassen. Das hätte ich vor kurzem noch nicht für möglich gehalten. Smiley

Leider sind von den Austauschstudenten im letzten Semester nur Wenige geblieben. Die Neuen sind dafür jedoch echt nett und ich komme besonders mit den Leuten von der Gakushuin sehr gut klar. Ich will nur einige Namen nennen: Robert (Deutscher - Uni Mannheim), Natascha (Schottland), Alum (Indonesien/Belgien), Antoine ( Frankreich) - siehe Foto (von oben nach unten). Die Schnittmenge der Interessen und Werte mit unserem Nachbarland Frankreich ist sehr groß und so mag ich die Franzosen (und natürlich auch meine Halbfranzösin) sehr. Ich finde es ganz wundervoll in einem so internationalem Umfeld leben und mit diesen Leuten über unterschiedlichste Themen reden zu können. Smiley mit geöffnetem Mund

Nach den üblichen Kennenlernveranstaltungen (Karaoke, Club etc.) waren wir am letzten Wochenende auf der Tokyo Game Show.Computer Die Auswahl an Spielen war wirklich beeindrucken aber leider auch die Menschenmenge. Besonders gefallen haben mir die Cosplayer: Einige Kostüme waren wirklich nah am Original (siehe Fotos).




September 11

Sommer

09.08.2009 bis 11.09.2009

Ich hoffe Ihr alle hattet einen wunderbaren Sommer! Sonne Ich habe im August die letzten Tage mit meinen Freunden (Feli, Alexis usw.) verbracht weil diese die Heimreise antreten mussten. Wir hatten noch einmal sehr viel Spaß. So waren wir z.B. am Strand in Kamakura und haben dort bis in die frühen Morgenstunden eine unvergessliche Nacht (Feuertänze bestaunt, Leute kennengelernt, Mitternachtsschwimmen im Meer) verbracht. Es ist wirklich sehr traurig das Sie jetzt gehen müssen, aber ich habe gestern schon die Neuen Austauschstudenten kennengelernt und komme mit Ihnen sehr gut klar. Ich denke auch wir werden eine gute Zeit haben. Smiley

Vor etwa 2 Wochen bin ich dann zum Reisen aufgebrochen. Weil alle Flugtickets hoffnungslos überteuert waren (Sommerurlaub) habe ich mich für eine erneute Reise innerhalb Japans entschieden. Zunächst war ich mit Sven in Hiroshima. Das Atombombenmuseum war für uns sehr erschütternd, besonders die verbrannten Schuluniformen kleiner Kinder und die dazugehörigen Bilder. Besonders schockiert haben mich auch die Luftaufnahmen vor dem Abwurf und danach. Die Stadt wurde wirklich innerhalb eines Moments vollständig ausgelöscht. Ich habe in einer Unterkunft ein Mädchen kennengelernt und Sie sagte mir, Sie sei aus Kanada. Im Laufe des Gesprächs stellte sich jedoch heraus, dass Sie Amerikanerin war. Sie schämte sich.

Von Hiroshima aus haben wir dann noch Tagesausflüge zum Onose-no-taki (Wasserfall) und zur wunderschönen Insel Miyajima gemacht. Das schwimmende Tor im Meer zählt zu den 3 schönsten Ansichten Japans und in der Tat war die ganze Szenerie wie in einem Märchenbuch (sogar Rehe liefen da in Massen rum). Herz Sven musste dann zurück nach Tokio weil er dort Arbeit hatte und so bin ich allein weitergereist. In Iwakuni habe ich die architektonisch sehr interessante Kintai-kyo Brücke (siehe Foto) und das Samuraiviertel besucht. Eine Wanderung endete für mich in einem 4stündigen Herumirren im Wald weil ich mich mal wieder verirrt hatte. Hab dann aber doch irgendwie Bahnschienen gefunden und nach Hause gefunden. Verlegenes Smiley

Ich hatte einen kurzen Zwischenstopp in Fukuoka, bin dann aber nach 3 Stunden weitergereist weil ich die Stadt super langweilig fand (ähnelte mir zu sehr Tokio). In Nagasaki habe ich mich erneut mit der Geschichte des Atombombenabwurfs auseinandergesetzt. In der Stadt gibt es sogar noch vereinzelt Relikte, wie z.B. ein Tor, dass zur Hälfte einfach weggebombt wurde (siehe Foto). Die Stadt an sich ist allerdings wunderschön und für mich neben Kyoto die schönste Stadt in Japan. Zur Zeit der totalen Abschottung vom Ausland war Nagasaki der einzige Hafen den portugiesische und holländische Schiffe anfahren durften. Dementsprechend hat Nagasaki immer großen kulturellen Austausch erfahren und es gibt noch einige wirklich beeindruckende Villen der ausländischen Händler im sogenannten Glover Garden. Dieser Garten hat mich am meisten fasziniert Erstauntes Smiley weil dort die Geschichte und der Aufstieg von Ausländern in Japan erzählt wurde und ich sehr viel neues erfahren habe. So kommt z.B. das berühmte japanische Bier "Kirin" aus Nagasaki und die weltbekannte Oper von Puccini "Madame Butterfly" spielt in Nagasaki und wird auch im original von einer Japanerin gesungen.

Auf dem Rückweg nach Tokio habe ich noch einen Zwischenstopp in Kyoto eingelegt. Dort habe ich meine alte Universität besucht und die neuen Austauschstudenten auf Mannheim getroffen, in meinem Lieblingssushi gegessen, am Kamogawa Bier getrunken und alte Freunde (Yumi und Naoka) wiedergetroffen. Es war sehr bewegend für mich zu sehen, was sich hier alles verändert hat und was nicht. Insgesamt waren das 2 wunderschöne Wochen Smiley mit geöffnetem Mund
in denen ich sehr viel Neues gesehen und viel nachgedacht habe. Bald geht das neue Semester wieder los - davon berichte ich dann das nächste mal.








 

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