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    September 29

    2. Semester an der Gakushuin

    12.09.2009 bis 29.09.2009

    Das neue Semester begann für mich sehr stressig. Ich bin jetzt in der mittleren und fortgeschrittenen Japanischklasse und in letzterer bin ich der einzige westliche Ausländer. Die Chinesen und Koreaner sind natürlich voll gut und ich muss mich sehr anstrengen um mitzukommen. Zähnezeigendes Smiley Dennoch hat sich seit meiner Ankunft in Tokyo mein Japanisch merklich verbesstert. Ich bin nun in der Lage Zeitungsartikel zu lesen und den groben Inhalt zu erfassen. Das hätte ich vor kurzem noch nicht für möglich gehalten. Smiley

    Leider sind von den Austauschstudenten im letzten Semester nur Wenige geblieben. Die Neuen sind dafür jedoch echt nett und ich komme besonders mit den Leuten von der Gakushuin sehr gut klar. Ich will nur einige Namen nennen: Robert (Deutscher - Uni Mannheim), Natascha (Schottland), Alum (Indonesien/Belgien), Antoine ( Frankreich) - siehe Foto (von oben nach unten). Die Schnittmenge der Interessen und Werte mit unserem Nachbarland Frankreich ist sehr groß und so mag ich die Franzosen (und natürlich auch meine Halbfranzösin) sehr. Ich finde es ganz wundervoll in einem so internationalem Umfeld leben und mit diesen Leuten über unterschiedlichste Themen reden zu können. Smiley mit geöffnetem Mund

    Nach den üblichen Kennenlernveranstaltungen (Karaoke, Club etc.) waren wir am letzten Wochenende auf der Tokyo Game Show.Computer Die Auswahl an Spielen war wirklich beeindrucken aber leider auch die Menschenmenge. Besonders gefallen haben mir die Cosplayer: Einige Kostüme waren wirklich nah am Original (siehe Fotos).




    September 11

    Sommer

    09.08.2009 bis 11.09.2009

    Ich hoffe Ihr alle hattet einen wunderbaren Sommer! Sonne Ich habe im August die letzten Tage mit meinen Freunden (Feli, Alexis usw.) verbracht weil diese die Heimreise antreten mussten. Wir hatten noch einmal sehr viel Spaß. So waren wir z.B. am Strand in Kamakura und haben dort bis in die frühen Morgenstunden eine unvergessliche Nacht (Feuertänze bestaunt, Leute kennengelernt, Mitternachtsschwimmen im Meer) verbracht. Es ist wirklich sehr traurig das Sie jetzt gehen müssen, aber ich habe gestern schon die Neuen Austauschstudenten kennengelernt und komme mit Ihnen sehr gut klar. Ich denke auch wir werden eine gute Zeit haben. Smiley

    Vor etwa 2 Wochen bin ich dann zum Reisen aufgebrochen. Weil alle Flugtickets hoffnungslos überteuert waren (Sommerurlaub) habe ich mich für eine erneute Reise innerhalb Japans entschieden. Zunächst war ich mit Sven in Hiroshima. Das Atombombenmuseum war für uns sehr erschütternd, besonders die verbrannten Schuluniformen kleiner Kinder und die dazugehörigen Bilder. Besonders schockiert haben mich auch die Luftaufnahmen vor dem Abwurf und danach. Die Stadt wurde wirklich innerhalb eines Moments vollständig ausgelöscht. Ich habe in einer Unterkunft ein Mädchen kennengelernt und Sie sagte mir, Sie sei aus Kanada. Im Laufe des Gesprächs stellte sich jedoch heraus, dass Sie Amerikanerin war. Sie schämte sich.

    Von Hiroshima aus haben wir dann noch Tagesausflüge zum Onose-no-taki (Wasserfall) und zur wunderschönen Insel Miyajima gemacht. Das schwimmende Tor im Meer zählt zu den 3 schönsten Ansichten Japans und in der Tat war die ganze Szenerie wie in einem Märchenbuch (sogar Rehe liefen da in Massen rum). Herz Sven musste dann zurück nach Tokio weil er dort Arbeit hatte und so bin ich allein weitergereist. In Iwakuni habe ich die architektonisch sehr interessante Kintai-kyo Brücke (siehe Foto) und das Samuraiviertel besucht. Eine Wanderung endete für mich in einem 4stündigen Herumirren im Wald weil ich mich mal wieder verirrt hatte. Hab dann aber doch irgendwie Bahnschienen gefunden und nach Hause gefunden. Verlegenes Smiley

    Ich hatte einen kurzen Zwischenstopp in Fukuoka, bin dann aber nach 3 Stunden weitergereist weil ich die Stadt super langweilig fand (ähnelte mir zu sehr Tokio). In Nagasaki habe ich mich erneut mit der Geschichte des Atombombenabwurfs auseinandergesetzt. In der Stadt gibt es sogar noch vereinzelt Relikte, wie z.B. ein Tor, dass zur Hälfte einfach weggebombt wurde (siehe Foto). Die Stadt an sich ist allerdings wunderschön und für mich neben Kyoto die schönste Stadt in Japan. Zur Zeit der totalen Abschottung vom Ausland war Nagasaki der einzige Hafen den portugiesische und holländische Schiffe anfahren durften. Dementsprechend hat Nagasaki immer großen kulturellen Austausch erfahren und es gibt noch einige wirklich beeindruckende Villen der ausländischen Händler im sogenannten Glover Garden. Dieser Garten hat mich am meisten fasziniert Erstauntes Smiley weil dort die Geschichte und der Aufstieg von Ausländern in Japan erzählt wurde und ich sehr viel neues erfahren habe. So kommt z.B. das berühmte japanische Bier "Kirin" aus Nagasaki und die weltbekannte Oper von Puccini "Madame Butterfly" spielt in Nagasaki und wird auch im original von einer Japanerin gesungen.

    Auf dem Rückweg nach Tokio habe ich noch einen Zwischenstopp in Kyoto eingelegt. Dort habe ich meine alte Universität besucht und die neuen Austauschstudenten auf Mannheim getroffen, in meinem Lieblingssushi gegessen, am Kamogawa Bier getrunken und alte Freunde (Yumi und Naoka) wiedergetroffen. Es war sehr bewegend für mich zu sehen, was sich hier alles verändert hat und was nicht. Insgesamt waren das 2 wunderschöne Wochen Smiley mit geöffnetem Mund
    in denen ich sehr viel Neues gesehen und viel nachgedacht habe. Bald geht das neue Semester wieder los - davon berichte ich dann das nächste mal.